Überwachungsskandal
Das Universitätsklinikum Giessen und Marburg steht im Mittelpunkt eines umfangreichen Überwachungsskandals: "Die Krankenhausleitung hat die Kleidung der Mitarbeiter mit elektrischen Chips ausgestattet" und zwar "heimlich", so berichtet die Frankfurter Rundschau. Das sorgt sowohl lokal, als auch regional für jede Menge "Misstrauen" (Oberhessische Presse) und "Wirbel" (Hessische Rundfunk). Vom "Big Brother" im Arztkittel ist sogar die Rede.
Kultur des Überwachens
Eine Sorge, die die Piraten im Kreis nur allzu gut nachvollziehen können. Deswegen sind wir an einer Aufklärung über das Zustandekommen der Ausstattung von Dienstkleidung mit RFID-Chips interessiert. Besonders da die öffentliche Hand immer noch mit 5 % am Uni-Klinikum beteiligt ist und es nur gegen erhebliche Widerstände in der Bevölkerung von der Regierung Koch privatisiert werden konnte. Auch im Interesse des Lehr- und Forschungspersonals, sowie der Studierenden und nicht zuletzt der Patienten muss der im Klinikum offenkundigen Kultur des Überwachens entgegen gewirkt werden.
Individuelle Zuordnung möglich
Skandalumwittertes Rhön Klinikum
Lobbyismus
Bertelsmann, Rhön Klinikum AG & der Marburger Universitätsbund
Unipräsident Volker Nienhaus, Liz Mohn, Uwe Bicker
So wurde Bertelsmann-Eigentümerin Elisabeth "Liz" Mohn letztes Jahr mit dem Karl-Winnacker-Preis des Marburger Universitätsbundes ausgezeichnet. Dieser wurde ihr aufgrund von "besondere[n] Verdienste[n] um die Förderung der Zusammenarbeit von Universität und Industrie auf naturwissenschaftlichen Gebieten“ verliehen. Dass ihre Tochter Dr. Brigitte Mohn (Aufsichtratmitglied der Rhön Klinikums AG, Mitglied im Vorstand der Bertelsmann Stiftung) einst im Hochschulrat der Philipps-Universität saß und dass der Vorsitzender des Hochschulrats Prof. Dr. Dr. Uwe Bicker gleichsam Vorsitzende des Marburger Universitätsbund und Mitglied im Kuratorium der Bertelsmann Stiftung, mag da bei der Zusammenarbeit von Universität und Industrie durchaus geholfen haben. Die Aufgaben des Hochschulrates sind jedenfalls eindeutig benannt: „Der Hochschulrat berät die Hochschule bei ihrer Entwicklung und gibt Empfehlungen zu verschiedenen Aufgaben und Maßnahmen ab".
Die hessische Landesregierung und der Bertelsmann Lobbyismus durch Prof. von Eiff
Fazit
Die Piraten im Kreis sind über die Zustände im privatisierten Uniklinikum entsetzt: Das Personal wird überwacht und zunehmend ausgebeutet, die Patienten werden vernachlässigt und die Umstände der Privatisierung sind im besten Fall zweifelhaft. Daher wollen wir Öffentlichkeit schaffen, damit die diese Mißstände auch in Zukunft angesprochen, kommuniziert und anprangert werden. Dazu der Vorsitzende des Kreisverbandes Thumay Karbalai Assad:
"Leider scheinen ökonomische und persönliche Interessen Weniger über der Verantwortung für Mitarbeiter und Patienten zu stehen. Solche Praktiken durch mehr Transparenz zu benennen und aufzubrechen ist eines der Hauptanliegen der Piraten."